Tiger gegen Tiger

Oder, anders ausgedrückt, die Ice Tigers aus Nürnberg empfingen die Straubing Tigers, schon allein der Fans wegen immer wieder gern gesehene Gäste. Zu verschenken gab’s für beide Teams allerdings nichts, kriselte es doch sowohl da als auch dort zuletzt im Gebälk. Die Straubinger wurden nach ausgezeichnetem Saisonstart durch acht punktlose Spiele auf den vorletzten Platz durchgereicht, die Ice Tigers knabberten an zuletzt drei Niederlagen. Nicht überraschend, dass im ersten Drittel die Verunsicherung regierte, allerdings stärker beim gastgebenden Favoriten. Besonders die ausgeprägte Konfusion in der Defensiv-Abteilung sorgte für Kopfzerbrechen bei den gut 4500 Zuschauern, aber auch in ihren Offensivbemühungen wirkten die Sinupreten kopf- und konzeptionslos. Als die Straubinger die Verwirrung zur 1:0-Führung nutzten, war aus Sicht der Nürnberger das Schlimmste zu befürchten. Nicht auszudenken, wie das Spiel verlaufen hätte können, hätte nicht (ausgerechnet der zuletzt von mir schwer kritisierte und immer noch nicht gerade einen Stabilitätspfeiler darstellende) Rich Brennan kurz vor der Drittelpause in Überzahl einen Schlagschuss unter die Querlatte des von Mike Bales gehüteten Straubing-Gehäuses gehämmert.

Aber auch so dürfte die Pausenansprache von Benoit Laporte laut und deutlich gewesen sein – im zweiten Drittel erinnerten sich die Hausherren daran, bis vor einigen Wochen durchaus noch des Eishockeyspielens mächtig gewesen zu sein; auch wenn man fairerweise konstatieren muss, dass die Niederbayern sich von nun an selbst schlugen. Offenbar schockiert von der Aussicht, beim vermeintlich übermächtigen Gegner (den man im ersten Aufeinandertreffen am Pulverturm aber schon geschlagen hatte) tatsächlich was reißen zu können, wurden die Straubinger zunehmend hektisch und undiszipliniert. Beides verband sich zum Ice-Tigers-Führungstreffer, als Swanson in Überzahl im eigenen Drittel einen Konter der Straubinger verhinderte und im Gegenzug zum 2:1 einnetzte. Als knapp 30 Sekunden Ahren Spylo auf unnachahmliche Weise auf 3:1 erhöhte, war der Käs‘ gegessen, die Messe gelesen, der Drops gelutscht. Kurz vor der zweiten Pause verwandelte Scott King sehenswert einen an Swanson verschuldeten Penalty (der schwedische Referee Persson erledigte übrigens einen größtenteils sehr ansprechenden Job), so dass die Ice Tigers sich im Schlussabschnitt auf kraftsparende Ergebnisverwaltung beschränken konnte. Adrian Grygiel wurde für seine aufopferungsvolle Arbeit in den letzten Spielen noch mit seinem ersten Saisontreffer belohnt, das 5:2 von Chad Bassen störte niemanden mehr und gab den bemerkenswerten Straubiger Fans wenigstens noch etwas Grund zum Jubeln.

Stichwort Straubinger Fans – der Ninja ist bekanntlich des Wahnsinns fette Beute und wird sich in wenigen Stunden in den Straubinger Sonderzug beamen und nach Iserlohn fahren. Das wird entweder lustig oder tödlich. Vielleicht auch beides. Am Montag möchte ich allerdings ganz gewiss nicht ich sein müssen…

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