Mehrwertsteuer – nicht geheuer…

… offenbar auch nicht denen, die’s eigentlich wissen sollten. Ich hatte diese Woche die hehre Aufgabe, ein umangreiches Mandat abzurechnen, bei dem, wie’s der Deibel so will, die Verfahrenseröffnung ins Jahr 2006, der Gerichtstermin aber ins Jahr 2007 fiel. Meinereiner, ja durchaus manchmal schlau, berechnete brav, so wie er’s sich zusammenreimte, für die Verfahrensgebühr, da angefallen 2006, 16 % Umsatzsteuer, für die Terminsgebühr, entstanden 2007, 19 %. Jetzt streiten sich hier in der Kanzlei Rechtsanwalt (der meiner Theorie anhängt, dass man sehr wohl klar abgrenzen kann, welche Leistung wann angefallen ist und demzufolge mit welchem Steuersatz sie berechnet werden muss) und Steuerberater (der auf dem Standpunkt steht „Leistung ist unteilbar“). Gut, das deutsche Steuerrecht hat nur bedingt mit gesundem Menschenverstand zu tun, aber nach meinem Verständnis ist hier, wie schon angedeutet, ganz prima zu differenzieren, dass die Wahrnehmung eines Gerichtstermins eine von der bloßen Mandatsbearbeitung zu trennende eigene Leistung ist und nach meiner Logik damit der 19%-ige Steuersatz anfällt.

Spannend, nicht? 🙂 Aber zumindest sehr schön, dass ich keine reine Außenseitermeinung als Unstudierter vertrete…

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Eingeordnet unter Recht & Ordnung

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